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Blog 5: 1000 Bilder, 1 Geschichte – Mein Weg vom Rennen zum fertigen Highlight-Set

  • Writer: Maikel Fuhrmann
    Maikel Fuhrmann
  • Jul 14
  • 3 min read

Updated: Aug 31

Jedes Rennwochenende bringt eine Flut an Eindrücken und mit ihr eine gewaltige Zahl an Bildern. Meistens sind es zwischen 600 und 1000 Fotos, die ich über das Wochenende hinweg aufnehme. Und doch landet am Ende nur ein kleiner Teil davon im finalen Highlight-Set. Warum? Weil jedes Bild mehr sein muss als nur „scharf“, es muss eine Geschichte erzählen.

Sebastian Vettel in der Anfahrt zum Starting Grid - Race of Champions 2023
Sebastian Vettel in der Anfahrt zum Starting Grid - Race of Champions 2023

Erste Sichtung direkt an der Strecke

Schon während des Rennens beginne ich mit dem Sichten, meist in den Pausen oder nach den Sessions. Ich ziehe die Bilder direkt auf mein MacBook, sichere sie dort, und speichere sie zusätzlich auf den Speicherkarten. Sicher ist sicher.

Oft habe ich bereits Highlights im Kopf, bestimmte Szenen, besondere Momente. Diese schaue ich mir gezielt an. Der Rest wird in Lightroom importiert und automatisch mit meinen Presets versehen. So erkenne ich sofort, wie das Bild in meinem Stil wirkt und ob es Potential hat.


Was bleibt, was fliegt raus?

Beim ersten Durchgang sortiere ich konsequent aus: Unschärfen, unglückliches Timing, ungünstige Komposition, raus damit. Meistens bleiben am Ende 70–80 % der Bilder übrig. Der Rest wird weiter reduziert.

Die Auswahl für Instagram ist dabei eine andere als für den Blog oder den Kunden: Auf Social Media zeigen wir Highlights, starke Teams, große Emotionen, eindrucksvolle Action. Für den Blog darf es auch mal ehrlich, roh und unperfekt sein. Schließlich soll man auch sehen: Ich bin nicht unfehlbar und manchmal fotografiere ich auch Schrott.

Adrenalin Motorsport rausfahrend vom Brünnchen am Nürburgring
Adrenalin Motorsport rausfahrend vom Brünnchen am Nürburgring

Presets, Stil & Wiedererkennung

Ich arbeite mit festen Presets, die automatisch beim Import in Lightroom angewendet werden. Für mich ist mein Bildlook meine Handschrift, das, was mich unterscheidet. Und was Wiedererkennung schafft.

Ob ich für Mertens Motorsport Content aufbereite oder eigene Bilder poste, ich sehe sofort, wie unterschiedlich Bildgestaltung und Komposition bei anderen Fotografen wirken. Genau deshalb ist mir mein Stil so wichtig. Er ist kein Filter, er ist Teil meiner Arbeit.

Bearbeitung eines Nashorns aus Südafrika in Lightroom
Bearbeitung eines Nashorns aus Südafrika in Lightroom

Technik & Backup

Neben Lightroom nutze ich ausschließlich Photoshop und das nur für Content-Gestaltung, nicht zur Bildbearbeitung. Wenn alle Bilder fertig bearbeitet sind, lade ich sie auf meine NAS zuhause. Dort haben Kunden Zugriff auf ihre Galerie in voller Qualität, zum Download wann und wie sie möchten.

Das gibt mir nicht nur Sicherheit, es spart auch Zeit, Nachfragen und unnötige Kommunikation. Alles ist zentral, übersichtlich, professionell.


Und dann? Raus damit.

Die Bearbeitung dauert meist 4–6 Stunden. Wenn ich mobil arbeite, beginne ich direkt am Nürburgring. Den Rest erledige ich zuhause, oft noch nachts oder am Sonntagmorgen beim Kaffee. Am Sonntagabend soll alles fertig sein. Nicht, weil ich muss, sondern weil ich es will.

Ich mag es, Ergebnisse zu sehen. Zu reflektieren. Zu lernen. Was hat funktioniert? Was hätte ich besser machen können? Ich will besser werden, jedes Mal ein Stück mehr.

Früher habe ich Sonntagmittags noch Fußball gespielt. Jetzt ist das vorbei, aber die Leidenschaft, mit der ich fotografiere, ist geblieben. Und egal ob Südafrika oder Zolder: Die Frage ist nicht, wie spektakulär das Motiv ist. Die Frage ist, wie sehr du mit dem Moment verbunden bist.

Denn ein Bild kann technisch perfekt sein, aber erst der Kontext, das Gefühl, der Blick machen es besonders.


Maikel Fuhrmann www.fuhrmannfs.com

Instagram: @fuhrmannfs



Nächste Woche: Was hinter einem Motorsport-Event steckt – Ein Blick hinter die Kulissen eines Renntages.

 
 
 

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